Wenn von Bienen die Rede ist wird schnell auch der Begriff Bienenvolk verwendet. Was steckt dahinter? Hierzu hat ein kluger Mann bereits ab 1890 Bücher veröffentlicht, es war Georg Ferdinand Gerstung (* 6. März 1860; † 5. März 1925).
Das gesamte Bienenvolk ist eigentlich wie ein Wesen zu betrachten das auf Einflüsse reagiert indem alle Einzelwesen koordiniert handeln - Wahnsinn! Daher spricht man auch vom Bien und meint damit dieses "fiktive" Wesen aus so vielen einzelnen Individuen. Wir kennen das schon von Ameisen oder Termiten, also Schwarm bildenden Insekten.
Im Bien gibt es für alles Spezialisten die Wissen was ihre Aufgebe ist und erledigen diese auch gewissenhaft. Wir haben pro Bienenvolk eine Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Ein Honigbienenvolk unter imkerlicher Betreuung kann 30.000 - 60.000 Bienen haben, je nach Beute, Standort und Jahreszeit.
Es gibt nur eine pro Volk, sie ist die Mutter von allen. Sie wird gehegt und gepflegt und die einzige Aufgabe ist Eier legen, um damit dem Volk das Überleben zu sichern. Königen werden bis zu 5 Jahren alt.
Die weibliche Arbeiterin übernimmt je nach Alter unterschiedliche Aufgaben in ihrem Volk. So ungefähr teilt sich das Leben der Sommerbienen auf: 1.-12. Tag Brutpflege, 13.-18. Tag Wabenbau/Honigverarbeitung, 19.-21. Tag Wächterbiene, 22.-35. Tag Flug- und Sammelbiene um den 35. Tag herum stirbt die Biene. Dazu fliegt sie weg von Ihrem Volk, um mit ihrem toten Körper keine Arbeit zu verursachen oder Krankheiten zu begünstigen.
Winterbienen müssen nicht so viel Brut pflegen, betreiben keinen Wabenbau und müssen nicht so viel Nektar oder Pollen sammeln, daher leben sie mehrere Monate. In dieser Zeit wärmen sie die Königin holen Wasser und schaffen das Futter von den Waben zur Königin. Die Winterbienen ziehen die erste Generation Sommerbienen groß und verlassen dann auch zum Sterben ihr Volk.
Die männlichen Bienen werden Drohnen genannt. Sie entstehen aus unbefruchteten Eiern der Königin. Die Königin entscheidet bei der Eiablage selbst, ob sie ein Drohnenei oder ein Arbeiterinnenei legen will. Die einzige Funktion von Drohnen ist es unbegattete Königinnen zu befruchten. Ansonsten lungern sie nur rum und fressen Honig. Wenn es einer Drohne gelingt eine Königin zu begatten stirbt die Drohne danach, so anstrengend ist für sie die Begattung.
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Manchmal kommt es vor, dass man die Königin in einem Volk finden muss. Hier ist es natürlich ideal, wenn diese irgendwie markiert wäre. Sonst gestaltet sich die Suche als schwierig, denn man braucht genau die eine Biene die von rund 60.000 anderen Bienen umgeben ist. Dieses "markieren" nennt man zeichnen, die Königinnen werden also gezeichnet.
Es gibt Regeln wie die Königinnen gezeichnet werden, für jedes Jahr gibt es eine andere Farbe. Da Königinnen nur 5 Jahre alt werden können sich die Farben problemlos wiederholen und man kommt mit fünf Farben aus:
Die Königin bekommt ein Opalithplättchen auf den Rückenpanzer geklebt. Als Kleber werden natürliche Kleber verwendet wie z.B. Schelllack. Die Plättchen sind so winzig und dünn das es die Königin nicht stört oder beeinträchtigt, den Imker beim Zeichnen aber auch schon mal in den Wahnsinn treiben kann.
Bienenzüchter verwenden häufig auch Opalithplättchen mit Zahlen darauf um die Herkunft der Königin dokumentieren zu können (Stammbaum).
Es gibt auch Zeichenstifte die einen farbigen Lack auf den Rückenpanzer aufbringen, ähnlich wie ein fetter Edding. Ich finde aber das der Lack nicht so gut hält und sich abreibt und komme viel besser mit dem Kleben der Opalithplättchen klar.
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