Aktuell hat die Kärntner Biene alias Apis mellifera carnica ihr Zuhause bei uns gefunden. Diese Rasse ist eine natürlich entstandene Unterart der westlichen Honigbiene (Apis mellifera). Von den Imkern wird sie auch einfach als Carnica bezeichnet.
Sie ist die nördlichste Vertreterin der Balkan-Populationen und ist nur in den Regionen südlich der Alpen ursprünglich beheimatet. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie im ganzen deutschsprachigen Raum verbreitet und hat dabei die nördlich der Alpen beheimatete Dunkle Europäische Biene fast vollständig verdrängt. Gründe waren die größere Volksstärke und der damit zu erreichende höhere Honig-Ertrag.
Da die Kärntner Biene vom südöstlichen Alpenklima geprägt wurde, kommt sie mit heißen Sommern und kalten Wintern gut zurecht. Die Feuchtigkeit und Unbeständigkeit des Meeresklimas bereitet ihr dagegen Schwierigkeiten, weswegen sie auch in England, Frankreich und Skandinavien kaum verbreitet ist. Die Kärntner Biene ist sanftmütig, hat aber im Gegensatz zu einigen anderen Unterarten der Apis mellifera einen erhöhten Schwarmtrieb.
Die Wohnung der Bienen, quasi ihr Stall, wird Beute genannt - die Imker sprechen auch manchmal von der Kiste. Es gibt in Deutschland so viele verschiedene Arten von Beuten wie Bundesländer, diese Vielfalt ist ziemlich sinnbefreit und befriedigt zwar persönliche oder regionale Befindlichkeiten der Imker, ist für eine wirtschaftliche und partnerschaftliche Standardisierung aber extrem kontraproduktiv. Man sagt auch, drei Imker fragen ergibt fünf Antworten - da ist jeder seines eigenen Glückes Schmied!
Wir haben uns für das Imkern in einer Großraumbeute entschieden. Die Königin und das Volk sind gemeinsam in einer einzigen großen Kiste und der Honigraum steht extra obendrüber - in Fachchinesisch imkern wir in einer 12er Dadant Beute mit Flachboden und nutzen Flachzargen für die Honigräume.
Wir haben nach einem regen Bieneflug Ende Januar gestern am Sonntag, 23.02.2025 die gekäfigten Königinmnen wieder freigelassen. Dazu haben wir bei ca. 10° die Beuten kurz geöffnet, den "Füllstand" der äußersten Futterwaben gesehen, das Deckelchen des Königinnen Abspergitter aufgeschoben und die Beute sofort wieder verschlossen.
Die Bienen waren nicht glücklich aber auch nicht völlig aggresiv, die Temperaturen waren so das alle die aufflogen auch schnell wieder im warmen Zuhause waren.
Wir haben 3 Vollvölker und einen Ableger eingewintert und sobald möglich mit Oxalsäure bedampft - alle vier leben zur Zeit! Der Futtervorrat sieht gut aus, Menge und Biennsitz passen aktuell.
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